Montag, 24. März 2008

Studie bestätigt Zweifel an der Wirksamkeit von Antidepressiva


Am 26.02.2008 erschien in der Public Library of Science ein Artikel von Kirsch et al. (siehe [1]) zur Wirksamkeit von SSRI- Antidepressiva gegen Depressionen. Kirsch hat in der Studie die Daten der Studien, die der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA für die Zulassung zwischen 1987 und 1999 eingereicht wurden eingehend mit Methoden der Metaanalyse untersucht. Es konnte bei leichten und mittelschweren keine im Vergleich mit Placebos höhere Wirksamkeit der SSRI- Antidepressiva nachgewiesen werden. Nur bei sehr schweren Depressionen konnte ein leicht positiver Effekt festgestellt werden, den Kirsch aber auf die nachlassende Wirkung des Placebo-Effekts und nicht auf die Wirkung der Medikamente zurückführt.
Doch die mangelnde Wirksamkeit der SSRI- Antidepressiva wie ZOLOFT, Prozac (in Deutschland vertrieben unter dem Namen Fluctin) und Paxil ist nicht neu! Schon seit längerem wird von kritischen Experten die Wirksamkeit bei nur leichten und mittleren Depressionen bezweifelt. Schon 2005 erschien im arznei-telegramm ein Artikel (siehe [2]), in dem nachgewiesen wurde, dass die SSRI- Antidepressiva kaum wirksamer sind als Placebos. Doch warum wurden diese Medikamente dann überhaupt von den Aufsichtsbehörden zugelassen? Waren den Behörden diese Studien nicht bekannt?
Quellenangeben:
  1. http://medicine.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10.1371%2Fjournal.pmed.0050045
  2. Antidepressiva: Lebensgefährliche Placebos?, arznei-telegramm, 5/2005, 36 Jahrgang, 13.05.2005, Seite 45-46.

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